Sozialrechtliches

Krankenkasse

Therapien

 

In der Regel sollte die Krankenkasse alles übernehmen, was der Arzt für nötig erklärt und was für die Behandlung eine Zulassung hat. Experimentelle Therapien müssen zusätzlich beantragt werden. Diese Beantragung übernimmt der Arzt.

Zuzahlungen

 

Zu jeder Art von Leistung müssen Patienten in Deutschland etwas zuzahlen. Die Zuzahlungen bei Arzneimitteln dürfen 10 € pro Medikament nicht überschreiten. Auch bei Fahrtkosten, Rehabilitationsmaßnahmen oder Heilmitteln (Krankengymnastik, Massagen etc.) müssen festgelegte Zuzahlungen geleistet werden.

Ein Haushalt (steuerlich) muss pro Jahr nie mehr als die eigene Belastungsgrenze hinzuzahlen. Die Belastungsgrenze liegt bei chronischen Erkrankungen (die Feststellung dessen erfolgt über die Krankenkasse) bei 1% des Bruttohaushaltseinkommens abzüglich bestimmter Freibeträge. Bei der Berechnung hilft Ihnen Ihre Krankenkasse.

Das Sammeln aller Quittungen über Zuzahlungen lohnt sich in jedem Fall!

 

Rehabilitation

 

Eine gute Klinik für Rehabilitation für Patienten mit PNH und/oder AA zu finden, ist nicht ganz einfach. Zunächst einmal macht es Sinn, sich zu überlegen, was das Ziel der Rehabilitation sein soll. Liegt der Schwerpunkt auf Erholung und der Seele, macht eine psychosoziale Reha Sinn. (Auch nicht berufstätige Patienten können einen Burn Out bekommen.) Möchte man die Berufstätigkeit erhalten oder die körperliche Seite stabilisieren, ist eine Reha in einer hämato-onkologischen Rehabilitationsklinik angezeigt. Je nach Stabilität des körperlichen Zustands ist die Spezialisierung der Klinik zu wählen. Eine gute Auswahl an Kliniken finden Sie auf den Seiten des Aplastische Anämie e.V. Der Patient hat bei der Auswahl der Klinik ein Wunsch- und Wahlrecht (§9 SGB IX). Dieser kann mit einem Schreiben des behandelnden Arztes unterstützt werden.

Bei der Beantragung ist zunächst der Kostenträger zu ermitteln. Eine direkte Kontaktaufnahme zum Kostenträger oder/und zur Rehabilitationseinrichtung (z.B. um sich Rat bei der Beantragung zu holen) hat sich als hilfreich erwiesen.

 

Schwerbehinderung

 

Bei einer Aplastischen Anämie und/oder einer PNH besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen.  Menschen mit Schwerbehinderung haben je nach Einstufung in den Grad der Behinderung und ggf. Merkzeichen Anspruch auf bestimmte Leistungen und Hilfen (z.B. zusätzliche Urlaubstage, Kündigungsschutz, steuerliche Vergünstigungen etc.). Nachzulesen sind diese in den Merkblättern des jeweils zuständigen Amtes. Das zuständige Amt ist in der Regel das örtliche Amt für Soziales oder das Versorgungsamt. Die Länder bieten die Merkblätter auch im Internet zum Download an.

Die Einstufung in den Grad der Behinderung erfolgt anhand der Symptome und Einschränkungen. Möglich ist es auch andere körperliche Einschränkungen aufnehmen zu lassen. Einen Anhaltpunkt für die Einstufung finden Sie HIER unter Teil A, GdB/MdE Tabelle und 26.16 (Blutbildende Organe): Die Aplastische Anämie ist einzeln aufgeführt, die PNH wird in „Therapierefraktären Anämien“ eingestuft. Aufgrund dieser Anhaltspunkte können Sie als Patient/Angehöriger argumentieren.

Führen Sie alle Einschränkungen und einzunehmenden Medikamente in Ihrem Antrag auf und scheuen Sie sich nicht, Widerspruch einzulegen.

 

Eine hilfreiche Broschüre zu diesen Themen ist unter der Reihe der "Blauen Ratgeber" der Deutschen Krebshilfe e.V. zu finden und zu bestellen. Den Link dazu finden Sie HIER.

Außerdem ist es sinnvoll und hilfreich, sich einem Sozialverband anzuschließen, der Sie in sozialrechtlichen Dingen unterstützt und Sie - falls nötig - rechtlich vertritt.

 

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