Reisen

Kann ich mit PNH/AA auf Reisen gehen?

Sie können als Patient mit einer AA und/oder einer PNH auf jeden Fall verreisen! Gut vorbereitet und informiert fühlen Sie sich während eines Urlaubs oder einer Reise sicher und können die Zeit genießen.

Zögern Sie nicht, ihren behandelnden Arzt in Ihre Reiseplanung mit einzubeziehen. Er kann Ihnen bestimmt auch wertvolle Tipps geben.Folgende Aspekte erscheinen uns aus eigener Erfahrung wichtig:

 

  • Falls Sie Soliris®-Patient/-in sind, sollte die Reise zwischen zwei Soliris®-Gaben stattfinden. Unter Umständen ist es möglich, das Intervall einmalig von 14 auf 16 Tage zu verlängern. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt. In manchen Fällen gelingt es auch mit Hilfe ihres behandelnden Hämatologen am Urlaubs-/Reiseort oder in der Nähe dessen eine Solirisgabe in einer hämatologischen Praxis oder einer Krankenhausambulanz durchführen zu lassen, dies erfordert aber in jedem Fall vorab ausreichende Zeit zur Planung und eine genaue Kommunikation der Infusionsdurchführung idealerweise von Arzt zu Arzt.

 

  • Der Aplastische Anämie e.V. bietet Thermoboxen zum Verleih an, in denen Soliris® garantiert unter Einhaltung der erforderlichen Kühlung 47 beziehungsweise 73 Stunden transportiert werden kann.

 

  • Die meisten Länder Europas und Nordamerikas bieten eine mit Deutschland vergleichbare medizinische und hygienische Versorgung.

 

  • Ein Reiseziel zu wählen, das nicht zu weit vom nächsten größeren Krankenhaus und/oder einer hämatologischen Praxis, die erfahren ist in der Behandlung von Patienten mit AA/PNH, ist sinnvoll, falls ein Notfall eintritt.

 

  • Sie sollten möglichst eine Auslandskrankenversicherung haben.

 

  • Um eine Infektion durch Wasser oder Nahrung in fernen Ländern zu vermeiden, folgen Sie der Reiseregel: either cook it, boil it, peel it or forget it! (Garen, kochen Sie es ab oder schälen Sie es oder vergessen Sie es!).

 

  • Menschen mit PNH haben ein erhöhtes Risiko für Thrombosen. Ob Sie fliegen können, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. So können Sie einer Thrombose während der Reise vorbeugen:

 

    • Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie vor dem Flug Heparin (blutverdünnendes Mittel) spritzen sollten, falls Sie nicht ein anderes Mittel zur Blutverdünnung bekommen.
    • Trinken Sie ausreichend! (Vorsicht mit Alkohol! Er weitet die Venen zusätzlich und lindert den Blutfluss).
    • Bewegen Sie sich während des Fluges. Am besten Sie stehen einmal pro Stunde auf und vertreten sich die Beine.
    • Größere Fluggesellschaften bieten mittlerweile Gymnastikprogramme während des Fluges an. Diese zeigen Ihnen wie Sie den Blutstrom während des Fluges in Bewegung halten können, um eine mögliche Thromboseentwicklung zu vermeiden.
    • Kompressionsstrümpfe unterstützen Ihre Blutzirkulation in den Beinen während des Fluges.
  • Zur Sicherheit sollte man auf Reisen eine Reiseapotheke bei sich haben. Diese sollten Sie auf Handgepäck und Koffer verteilen. Wenn Sie Dauermedikamente wie z.B. Ciclosporin nehmen müssen, planen Sie die doppelte Menge ein, wie die für die geplante Reisedauer nötig wäre. Soliris®-PatientInnen sollten immer ein Notfall-Antibiotikum bei sich haben. Fragen Sie Ihren Arzt danach. Bei Beschwerden zögern Sie trotzdem nicht, im Reiseland einen Arzt aufzusuchen.

 

  • Ein grundsätzlicher, erläuternder Arztbrief sollte im Gepäck für den Notfall nicht fehlen. Unser Patientenausweis ist eine gute Alternative oder Zusatz.

 

Je besser Sie über Ihren Zustand informiert sind, desto sicherer werden Sie sich auf Reisen fühlen. Wir wünschen Ihnen eine gute Reise!

Newsletter

Melden Sie sich bei unserem Newsletter an und wir informieren Sie über Neuigkeiten der Stiftung lichterzellen.